Welche rechtlichen Kenntnisse muss ein Anwalt aufweisen?

Der Anwalt ist nach dem gesetzlich verlangten Berufsbild immer noch ein Volljurist, der sich also mit allen Rechtsgebieten auskennen muss. Auch innerhalb dieser Rechtsgebiete wird jeweils eine umfassende und aktuelle Kenntnis verlangt.

Der Anwalt muss alle Gesetze und anderen Rechtsnormen kennen, er muss sich mit der höchstrichterlichen und sonst bedeutsamen Rechtsprechung auseinandersetzen und die einschlägige Literatur (inkl. Fachzeitschriften für bestimmte Rechtsgebiete) lesen. Auch, wenn einzelne Gerichte einer besondere Rechtsansicht vertreten, muss dies dem Anwalt bekannt sein.

Mit dem Argument, er hätte irgendetwas nicht wissen müssen, wird der Anwalt also praktisch nie gehört.

Ist der Titel „Fachanwalt“ eine Garantie für besondere Kenntnisse?

Ja. Nicht jeder Anwalt darf sich aus Werbegründen als Fachanwalt bezeichnen. Es handelt sich um eine geschützte Bezeichnung, die gemäß Fachanwaltsordnung (FAO) nur führen darf, wer „besondere theoretische Kenntnisse und besondere praktische Erfahrungen“ nachweisen kann.

Die Ausbildung umfasst 120 bis 180 Stunden Unterricht sowie mehrere schriftliche Prüfungen. Ein Fachanwalt für Strafrecht muss bspw. mindestens 60 Strafverfahren erledigt haben und mindestens 40 Hauptverhandlungstermine vor höheren Gerichten hinter sich haben.