Ist eine Haftungsbeschränkung für Anwaltsfehler möglich?

Ja, § 52 Abs. 1 BRAO sieht dies ausdrücklich vor. Möglich sind:

  • Individualvereinbarungen (Nr. 1) bis zur Mindestversicherungssume von 250.000 Euro. Damit tatsächlich eine Individualvereinbarung vorliegt, ist ein Aushandeln der Haftungsbeschränkung notwendig. Diese muss eine Belehrung des Mandanten über die Bedeutung der Vereinbarung und eine Erörterung des Risikos umfassen. Teilweise wird auch ein Angebot zur Tarifwahl gefordert, in dessen Rahmen sich der Mandant auch eine volle Deckung durch eine abzuschließende Einzelversicherung aussuchen kann.
  • Vorformulierte Mandatsbedigungen (Nr. 2) bis zur vierfachen Mindestversicherungssumme, also bis eine Million Euro. Dies ist nur möglich, wenn der Anwalt auch auf diese Summe versichert hat – der Mandant erhält so also eine geringere Deckungszusage, diese ist aber umso sicherer, weil sie zwingend versichert sein muss.