Unterliegt ein Rechtsanwalt der Sitzungspolizei?

Nein, da der Anwalt in unabhängiger Weise einen freien Beruf ausübt, unterliegt er nicht der richterlichen Sitzungsaufsicht gemäß § 178 GVG. Er kann sich also theoretisch im Gericht so sehr daneben benehmen wie er will. Die Aufsicht über das Verhalten der Rechtsanwälte obliegt ausschließlich. der Anwaltskammer, die im Rahmen ihrer Selbstverwaltungstätigkeit eine standesrechtliche Maßnahme gegen den Anwalt verhängen kann.

Welche Gesellschaften sind für Rechtsanwälte zulässig?

Bei den verschiedenen Gesellschaftstypen ist folgendes zu beachten:

OHG/KG: Unzulässig, da eine Rechtsanwaltskanzlei kein Handelsgewerbe ist.

GmbH/AG: Zulässig, aber Buchführungs- und Körperschaftsteuerpflicht entsteht. Zudem darf kein Nichtanwalt Einfluss auf die Gesellschaft nehmen können, es dürfen also nur Anwälte Gesellschafter sein. Diese Kanzleien sind noch sehr selten.

PartG: Die Partnerschaftsgesellschaft ist die typische Anwaltsgesellschaft, sie wurde speziell hierfür und unter maßgeblicher Mitwirkung der Anwaltschaft eingeführt. Auch die Partnerschaftsgesellschaft kann sich der GmbH annähern und ihre Berufshaftung begrenzen.

LL.P.: Die Legal Partnership ist vor allem in Großbritannien verbreitet und baut auf europäischem Recht auf. Sie ist jedoch auch in Deutschland anerkannt und kann ihre Geschäfte betreiben.