Was bedeutet es, wenn ein Anwalt auf dem Briefbogen der Kanzlei steht?

In dem Fall ist, wenn nicht ohnehin eine Anwaltsgesellschaft gewollt ist, jedenfalls eine Scheingesellschaft nach dem BGB gegeben. Jeder aufgeführte Anwalt haftet also für alle Verbindlichkeiten der Kanzlei, auch dann, wenn die anderen Anwälte bspw. einen Schaden verursacht haben.

Anders verhält es sich nur, wenn die Anwälte auf dem Briefpapier optisch deutlich voneinander abgesetzt sind, z.B. durch Strich oder die Bezeichnung als „weiterer angestellter Rechtsanwalt“.

Wird aber die an sich zutreffende Bezeichnung „in Bürogemeinschaft“ hinzugesetzt, so besteht die Haftung wieder, da der Laie damit eine gemeinschaftliche Bearbeitung der Mandate mit entsprechenden haftungsrechtlichen Folgen verbindet.

Was sind Anwalts-Bürogemeinschaften?

In einer Bürogemeinschaft zwischen Anwälten betreibt weiterhin jeder Anwalt seine eigene, von den anderen getrennte Kanzlei. Es werden lediglich die sachlichen und personellen Ressourcen (Literatur, Wartezimmer, EDV, Angestellte usw.) gemeinsam genutzt. Solche Anwälte dürfen auch keine gemeinsamen Briefbögen benutzen.

Was regelt die Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA)?

In der BORA sehen sehr einzelne Berufspflichten, die die allgemeinen Vorschriften der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) ergänzen. So werden bspw. Einzelpflichten wie die Verschwiegenheit und das Verbot der Vertretung gegenläufiger Interesse näher ausgeführt und konkrete Verhaltensvorschriften gemacht. Es gibt auch Regeln zum Auftritt nach außen wie bspw. zur Werbung, zur Wahl eines Kurznamens oder auch zur Gestaltung von Briefbögen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Anwälten und Angehörigen anderer Berufe wird thematisiert.