Wo sind die Hauptpflichten des Anwalts geregelt?

In den §§ 43, 43a BRAO finden sich zahlreiche, aber relativ allgemein formulierte Anwaltspflichten:

  • gewissenhafte Berufsausübung (§ 43 Satz 1)
  • würdiges Verhalten (§ 43 Satz 2)
  • keine Gefährdung der beruflichen Unabhängigkeit (§ 43a Abs. 1)
  • Verschwiegenheit (§ 43a Abs. 2)
  • kein unsachliches Verhalten (§ 43a Abs. 3)
  • keine Vertretung widerstreitender Interessen (§ 43a Abs. 4)
  • sorgfältige Behandlung anvertrauten Vermögens (§ 43a Abs. 5 Satz 1)
  • Weiterleitung von Geldern/Anderkonto (§ 43a Abs. 5 Satz 2)
  • Fortbildung (§ 43a Abs. 6)

Was regelt die Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA)?

In der BORA sehen sehr einzelne Berufspflichten, die die allgemeinen Vorschriften der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) ergänzen. So werden bspw. Einzelpflichten wie die Verschwiegenheit und das Verbot der Vertretung gegenläufiger Interesse näher ausgeführt und konkrete Verhaltensvorschriften gemacht. Es gibt auch Regeln zum Auftritt nach außen wie bspw. zur Werbung, zur Wahl eines Kurznamens oder auch zur Gestaltung von Briefbögen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Anwälten und Angehörigen anderer Berufe wird thematisiert.

Was regelt die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO)?

Die BRAO regelt in erster Linie die Frage der Zulassung zur Anwaltschaft sowie die Organisation der Rechtsanwaltskammern. Zudem werden einige Grundpflichten der Anwälte geregelt, z.B. die Notwendigkeit einer Haftpflichtversicherung sowie anwaltliche Unabhängigkeit, Verschwiegenheit und das Anlegen von Akten.