Besteht die Schweigepflicht auch gegenüber Angehörigen des Mandanten?

Ja, hier gibt es keinen Unterschied zwischen den Angehörigen und unbeteiligten Dritten. Das gilt sogar dann, wenn der Angehörige das Honorar des Anwalts übernimmt.

Besteht ein nachvollziehbares Interesse des Angehörigen, an die Informationen zu kommen (vor allem, wenn der Mandant in Haft sitzt), muss der Mandant den Anwalt zuvor insoweit von der Schweigepflicht entbinden.

Besteht die anwaltliche Schweigepflicht auch gegenüber dem Bürogemeinschaftspartner?

Ja, auch ein Partner in einer anwaltschaftlichen Bürogemeinschaft ist insoweit ein Dritter, dem keine Geheimnisse der Mandanten offenbart werden dürfen. Damit können auch keine gemeinschaftlichen Besprechungen von Verfahren erfolgen. Ein gangbarer Ausweg besteht darin, den Mandanten von vornherein eine Entbindung von der Schweigepflicht gegenüber den Bürogemeinschaftspartnern unterschreiben zu lassen.

Ist die Nutzung von Telefondienstleistern (Call-Center) durch den Anwalt zulässig?

Manche Anwälte haben keine eigene Sekretärin mehr, sondern nehmen die Dienste von Call-Centern in Anspruch, deren Mitarbeiter die Anrufe für den Anwalt entgegennehmen. Diese Nutzung ist wohl grundsätzlich nicht verboten, allerdings bestehen Datenschutzproblematiken, die es zu lösen gilt.

Zunächst muss die Telefonistin stets am Anfang darauf hinweisen, dass die nicht in der Kanzlei sitzt, sondern für einen externen Dienstleister arbeitet. Sämtliche Mitarbeiter des Call-Centers müssen zur Vertraulichkeit verpflichtet werden.

Insgesamt ist die rechtskonforme Nutzung daher wohl eher unpraktisch.