Muss der Anwalt auf außerhalb des Mandats liegende Gefahren hinweisen?

Ja, sofern sich solche Gefahren nach der Bearbeitung des Mandats aufdrängen. Der Anwalt muss also etwas weiter denken als es der bloße Auftrag zunächst vorsieht.

Dies bedeutet insbesondere:

  • den Hinweis auf Regressansprüche gegen Dritte oder die Haftpflichtversicherung
  • in Kündigungsschutzsachen die Sicherung von Lohnforderungen und die Möglichkeit des Insolvenzgelds
  • in Scheidungssache einen Hinweis auf die Auswirkung auf die Familienversicherung sowie Notwendigkeit, schnell zu handeln

Besteht ein Direktanspruch des Mandanten gegen die Haftpflichtversicherung des Anwalts?

Grundsätzlich nicht, die Abwicklung erfolgt über den Rechtsanwalt, der dann seinerseits Rückgriff bei seiner Versicherung nimmt.

Nur bei Insolvenz des Rechtsanwalts zahlt die Versicherung direkt an den Geschädigten, da ansonsten zu befürchten wäre, dass die Zahlung in der Insolvenzmasse landet und nicht dem Mandanten zugute kommt. Auch dann, wenn der Anwalt auf einmal unauffindbar ist und die Abwicklung über ihn deswegen unmöglich ist, kommt der Direktanspruch in Betracht.

Was regelt die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO)?

Die BRAO regelt in erster Linie die Frage der Zulassung zur Anwaltschaft sowie die Organisation der Rechtsanwaltskammern. Zudem werden einige Grundpflichten der Anwälte geregelt, z.B. die Notwendigkeit einer Haftpflichtversicherung sowie anwaltliche Unabhängigkeit, Verschwiegenheit und das Anlegen von Akten.