Warum unterschreibt der Anwalt nicht alle Schriftsätze?

Wichtig für das gerichtliche Verfahren ist, dass es immer nur ein Original eines jeden Dokuments gibt, die sogenannte Urschrift. Dieses Original und sein Inhalt sind verbindlich, alle anderen Versionen dienen nur der Information der anderen Beteiligten.

Durch die Unterschrift wählt der Anwalt also das Original aus. Wenn dann beim Ausdruck der Abschrift ein Fehler passiert ist und bspw. eine Seite fehlt, ist das für die Gültigkeit der Urschrift unerheblich.

Wenn die Abschrift fehlerhaft war, führt das lediglich dazu, dass sich der jeweilige Empfänger darauf berufen kann, diese nicht (richtig) erhalten zu haben, sodass ihm ggf. Nachfristen zu gewähren sind.