Was ist die Rechtsfolge einer Interessenkollision?

Berufsrechtlich muss der Anwalt alle Mandate sofort niederlegen, er kann sich also auch nicht etwa entscheiden, nur einen von beiden Mandanten weiter zu vertreten (§ 3 Abs. 4 BORA).

Zivilrechtlich sind die Anwaltsverträge nichtig, es entsteht also auch kein Vergütungsanspruch des Anwalts (§ 134 BGB).

Prozessual sind jedoch alle gerichtlichen Handlungen des Anwalts wirksam, der Mandant verliert den Prozess also nicht etwa nur deswegen, weil sein Anwalt ihn nicht hätte vertreten dürfen.

Strafrechtlich kann es sich um einen Parteiverrat gemäß § 356 StGB handeln. Allerdings ist hierfür Vorsatz notwendig, der normalerweise kaum vorliegen dürfte.